Einbindung mobiler NEA Netzersatzanlagen

Einbindung einer mobilen Netzersatzanlage (z.B. während einer Wartung)

Die Sicherheitsstromversorgung muss im Normalfall zu jeder Tages- und Nachtzeit automatisch zur Verfügung stehen, mindestens aber während der Benutzungszeit. Bei Krankenhäusern ist die Nutzungszeit 24 h an 365 Tagen.

Wenn in einer baulichen Anlage nur ein Aggregat für die Sicherheitsstromversorgung vorhanden ist – so wie dies in den meisten Gebäuden der Fall sein dürfte – muss für die Zeiten, in denen das stationäre Aggregat nicht zur Verfügung steht (z. B. bei Wartungsarbeiten oder Reparaturen), eine Reserveeinspeisung zur Verfügung stehen, sofern das Gebäude nicht geräumt werden kann. Diese Einspeisung wird mindestens für den Anschluss mobiler Stromerzeuger genutzt.

Die Einbindung mobiler Netzersatzanlagen (NEA), auch als mobile Notstromaggregate bezeichnet, ist ein wichtiger Bestandteil der Notstromversorgung, insbesondere in Situationen, in denen eine schnelle Reaktion auf Stromausfälle oder Engpässe erforderlich ist. Solche mobilen Systeme bieten eine flexible und effiziente Lösung, um in Notfällen Strom zu liefern, insbesondere in Bereichen wie Bauprojekten, Veranstaltungen, Notfallversorgung in entlegenen Gebieten oder als Ersatz bei Stromausfällen in kritischen Einrichtungen.

Wesentliche Aspekte bei der Einbindung mobiler Netzersatzanlagen:

1. Anwendungsgebiete mobiler NEA

Mobile Netzersatzanlagen werden typischerweise in folgenden Bereichen eingesetzt:

  • Umbau bestehender Anlagen:  Dort, wo die Stromversorgung temporär benötigt wird.
  • Veranstaltungen und Messen: Bei größeren Events (z. B. Festivals, Messen) zur Sicherstellung einer ununterbrochenen Stromversorgung.
  • Katastrophenhilfe: Bei Stromausfällen nach Naturkatastrophen oder in Krisengebieten zur Sicherung der Grundversorgung.
  • Fahrzeuge und mobile Einrichtungen: In Feldlagern, bei mobilen Krankenhäusern oder Hilfsstationen in entlegenen Gebieten.
  • Ersatz bei Netzproblemen: Zur Überbrückung von Netzunterbrechungen in verschiedenen Industriebetrieben, Rechenzentren oder Krankenhäusern.

2. Integration und Verbindung in bestehende Systeme

Die Einbindung mobiler NEA erfolgt in der Regel über den Anschluss an vorhandene elektrische Netze oder als autarke Stromquelle. Es gibt dabei mehrere Wege, wie ein mobiler Generator in die Infrastruktur integriert werden kann:

a. Direkte Verbindung zu einem Sicherungskreis
  • Sicherungskreis: Ein mobiler Generator kann direkt an den Sicherungskreis eines Gebäudes oder einer Anlage angeschlossen werden, um die Versorgung von bestimmten Stromkreisen zu übernehmen.
  • Überspannungsschutz: Bei der Verbindung müssen geeignete Überspannungsschutzsysteme und Fehlerstromschutzschalter (FI) berücksichtigt werden, um die Sicherheit zu gewährleisten.
  • Kabelverbindungen: Hierfür werden robuste, flexible Kabel verwendet, die für die Anforderungen des mobilen Einsatzes geeignet sind.
b. Einsatz eines automatischen Umschaltsystems (ATS)
  • Bei stationären Notstromanlagen wird häufig ein automatisches Umschaltsystem (ATS) eingesetzt, das im Falle eines Stromausfalls automatisch den mobilen Generator in Betrieb nimmt.
  • Ein ATS sorgt dafür, dass beim Ausfall der Hauptstromversorgung die Last automatisch auf den mobilen Generator umgeschaltet wird, ohne dass manuelles Eingreifen erforderlich ist.
  • Nach der Rückkehr der Netzversorgung erfolgt eine automatische Rückumschaltung auf das Netz.
c. Parallelbetrieb mit bestehenden Generatoren

In manchen Fällen kann eine mobile NEA auch parallel zu einer bereits installierten Notstromanlage oder einem bestehenden Stromnetz arbeiten:

  • In solchen Fällen ist es wichtig, dass die Generatoren über eine Lastabgleichung verfügen, um sicherzustellen, dass sie zusammenarbeiten, ohne dass es zu Überlastungen oder Spannungsschwankungen kommt.
  • Synchronisierung: Es ist erforderlich, dass der mobile Generator mit dem bestehenden System synchronisiert wird (Spannung und Frequenz müssen übereinstimmen), um eine reibungslose Integration zu gewährleisten.
d. Einsatz bei Notfällen mit manuellem Anschluss

In Notfällen, in denen eine automatische Umschaltung nicht möglich oder nicht vorgesehen ist, kann der mobile Generator auch manuell angeschlossen werden:

  • Dies ist der Fall, wenn keine automatisierte Infrastruktur vorhanden ist oder wenn ein Generator als temporäre Lösung eingesetzt wird.
  • Hierbei erfolgt der manuelle Anschluss über entsprechende Verteilerkästen oder Steckdosenanschlüsse.

3. Kraftstoffversorgung und -management

Eine wichtige Herausforderung bei der Einbindung mobiler NEA ist die Kraftstoffversorgung:

  • Dieselgeneratoren sind in der Regel der Standard für mobile NEA aufgrund ihrer hohen Brennstoffeffizienz und der langen Laufzeiten.
  • Für Mobile Dieselaggregate ist es wichtig, dass sie über ausreichend Kraftstoffkapazität verfügen, um längere Betriebszeiten ohne Nachbetankung zu ermöglichen.
  • In Notfallszenarien (z. B. bei Stromausfällen) muss der Kraftstoffnachschub gewährleistet sein. Ein Kraftstoffmanagementsystem hilft, den Kraftstoffverbrauch zu überwachen und sicherzustellen, dass das System auch bei längeren Betriebszeiten zuverlässig läuft.

4. Wartung und Betrieb

Mobile NEA müssen so konzipiert sein, dass sie für den ununterbrochenen Betrieb während Notfällen zuverlässig sind:

  • Zugänglichkeit für Wartung: Der Generator sollte einfach zu warten sein, insbesondere in Notfallsituationen. Wartungsarbeiten sollten schnell und unkompliziert durchzuführen sein.
  • Laufzeitüberwachung: Viele mobile Generatoren verfügen über Laufzeitmesser und Überwachungseinrichtungen, die sicherstellen, dass regelmäßig Wartungsintervalle eingehalten werden.
  • Luftkühlung und Belüftung: Bei mobilen NEA ist eine ausreichende Belüftung und Kühlung erforderlich, um eine Überhitzung während des Betriebs zu vermeiden.

5. Sicherheit und Umweltaspekte

Die Sicherheit und der Umweltschutz sind bei der Einbindung mobiler Netzersatzanlagen besonders wichtig:

  • Brandschutzmaßnahmen: Mobile Generatoren sollten mit Feuerlöscheinrichtungen ausgestattet sein, und die Umgebung muss regelmäßig auf Brandgefahren überprüft werden.
  • Abgasreinigung: Bei Dieselgeneratoren müssen die Abgase in Übereinstimmung mit den Umweltschutzvorgaben abgeführt werden (z. B. durch Abgasfilter oder Abgasnachbehandlungssysteme).
  • Lärmschutz: Mobile Notstromaggregate erzeugen oft laute Geräusche. Es sollten daher Lärmschutzmaßnahmen getroffen werden, insbesondere in belebten oder bewohnten Gebieten.

6. Planung der Einbindung

Die Integration einer mobilen NEA erfordert eine sorgfältige Planung:

  • Berücksichtigung der Leistung: Der Leistungsbedarf der Einrichtung muss genau ermittelt werden, um sicherzustellen, dass das mobile Aggregat die benötigte Leistung liefern kann.
  • Testlauf: Vor dem tatsächlichen Einsatz sollte ein Testlauf der mobilen NEA durchgeführt werden, um ihre Funktionsfähigkeit unter den vorgesehenen Lastbedingungen zu überprüfen.
  • Schulung des Personals: Personen, die mit der mobilen NEA arbeiten, müssen im Betrieb und in der Wartung des Systems geschult werden, um Fehler und Gefahren zu vermeiden.

7. Beispielhafte Einsatzmöglichkeiten

  • Baustellen: Ein Bauunternehmen könnte eine mobile NEA verwenden, um Baustellen mit Strom zu versorgen, wenn keine Netzanschlüsse verfügbar sind.
  • Veranstaltungen: Ein Veranstalter könnte mobile NEAs einsetzen, um eine Messe oder ein Festival mit Strom zu versorgen, wenn die Stromversorgung vor Ort nicht ausreicht oder zu unzuverlässig ist.
  • Entlegene Gebiete: In ländlichen oder abgelegenen Gebieten könnte ein mobiler Generator verwendet werden, um temporäre Einrichtungen wie Feldkrankenhäuser oder Hilfsstationen mit Strom zu versorgen.

Fazit

Die Einbindung mobiler Netzersatzanlagen (NEA) bietet eine flexible und zuverlässige Möglichkeit, Strom in Notfällen oder temporären Anwendungen zu sichern. Sie muss jedoch sorgfältig geplant werden, um sicherzustellen, dass das System mit der bestehenden Infrastruktur kompatibel ist und alle Sicherheitsstandards erfüllt. Wichtige Faktoren sind der Leistungsbedarf, die Kraftstoffversorgung, die Wartung und die Sicherheitsvorkehrungen. Wenn diese Aspekte berücksichtigt werden, kann eine mobile NEA eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung in Notfällen oder bei temporären Einsätzen spielen.

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