Kontamination im Dieselkraftstoff (Dieselpest)Kontamination im Dieselkraftstoff (Dieselpest) – Ursachen, Risiken und Lösungen

Achtung: Dieselpest – Mikroorganismen im Dieselkraftstoff

Die sogenannte Dieselpest ist eine mikrobielle Kontamination von Dieselkraftstoff, bei der sich Bakterien, Hefen und Pilze im Kraftstoffsystem vermehren. Besonders betroffen ist moderner Diesel B7 nach DIN EN 590, der einen Anteil von bis zu 7 % Biodiesel enthält.

Diese Mikroorganismen bilden einen schleimartigen Bioschlamm, der sich in Dieseltanks, Kraftstoffleitungen und Filtern absetzt. Dadurch kann der Kraftstofffluss zum Motor blockiert werden, was zu erheblichen Störungen im Betrieb von Dieselmotoren, Notstromaggregaten und Netzersatzanlagen führen kann.

Die Folgen reichen von verstopften Filtern und Startproblemen bis hin zu kompletten Ausfällen von Dieselaggregaten.


Was ist Dieselpest?

Unter Dieselpest versteht man das Wachstum von Mikroorganismen im Dieselkraftstoff. Diese Mikroorganismen nutzen die im Diesel enthaltenen Kohlenwasserstoffe als Nahrungsquelle.

Für ihr Wachstum benötigen sie zusätzlich:

  • Wasser

  • Sauerstoff

  • geeignete Temperaturen

Besonders kritisch ist dabei die Grenzschicht zwischen Wasser und Diesel im Tank, da sich dort optimale Lebensbedingungen für Mikroorganismen bilden.

Typische Organismen bei Dieselpest sind:

  • Bakterien

  • Hefen

  • Schimmelpilze

Durch ihren Stoffwechsel entsteht ein zähflüssiger Schlamm, der häufig als schwarze oder braune Ablagerung im Tank sichtbar wird.


Warum tritt Dieselpest immer häufiger auf?

In den letzten Jahren ist das Problem der mikrobiellen Kontamination von Dieselkraftstoff deutlich häufiger geworden. Ein wesentlicher Grund dafür ist der gesetzlich vorgeschriebene Biodieselanteil im Diesel B7.

Der Biodieselanteil kann dazu führen, dass:

  • der Kraftstoff mehr Wasser aufnimmt

  • Mikroorganismen bessere Wachstumsbedingungen finden

  • sich schneller Bioschlamm bildet

Zusätzlich begünstigen weitere Faktoren die Entstehung von Dieselpest.


Ursachen für mikrobielles Wachstum im Diesel

Wasser im Tank

Wasser ist die wichtigste Voraussetzung für das Wachstum von Mikroorganismen. Es gelangt häufig durch Kondenswasserbildung in den Tank.

Typische Ursachen sind:

  • Temperaturschwankungen

  • hohe Luftfeuchtigkeit

  • lange Lagerzeiten von Diesel

Schon geringe Mengen Wasser können ausreichen, um die Vermehrung von Bakterien und Pilzen zu ermöglichen.


Lange Standzeiten von Diesel

Dieselkraftstoff, der über längere Zeit unbewegt im Tank gelagert wird, bietet ideale Bedingungen für Mikroorganismen.

Besonders betroffen sind:

  • Notstromaggregate

  • Netzersatzanlagen

  • saisonal genutzte Stromaggregate

  • mobile Stromerzeuger

In vielen Anlagen bleibt der Kraftstoff monatelang oder sogar jahrelang im Tank, ohne verbraucht zu werden.


Wärme und Kondenswasser

Warme Temperaturen beschleunigen die Vermehrung von Mikroorganismen im Diesel erheblich.

In Kombination mit Kondenswasser im Tank entsteht eine Umgebung, die das Wachstum von Bakterien und Pilzen stark fördert.


Schäden durch Dieselpest

Eine starke Kontamination kann erhebliche Schäden am gesamten Kraftstoffsystem verursachen.

Typische Probleme sind:

  • verstopfte Kraftstofffilter

  • blockierte Dieselleitungen

  • Ausfall der Einspritzanlage

  • Leistungsverlust des Motors

  • Startprobleme

  • komplette Anlagenstillstände

Darüber hinaus kann es durch mikrobiellen Stoffwechsel zu Biokorrosion kommen.

Diese Form der Korrosion kann:

  • Dieseltanks beschädigen

  • Leitungen angreifen

  • Bauteile im Kraftstoffsystem zerstören

Die Reparatur solcher Schäden ist häufig sehr aufwendig und kostenintensiv.


Kritische Folgen für Notstromanlagen

Besonders kritisch ist Dieselpest bei Notstromaggregaten und Netzersatzanlagen, da diese Systeme im Ernstfall sofort zuverlässig funktionieren müssen.

Kommt es aufgrund einer Dieselkontamination zu einem Ausfall, kann dies schwerwiegende Folgen haben, insbesondere in:

  • Krankenhäusern

  • Rechenzentren

  • Industrieanlagen

  • kritischen Infrastrukturen

  • öffentlichen Einrichtungen

In solchen Fällen muss häufig kurzfristig eine externe Ersatzstromversorgung organisiert werden.


Lösung: Betrieb mit Heizöl HEL

Eine bewährte Lösung zur Vermeidung von Dieselpest bei stationären Anlagen ist der Betrieb mit Heizöl HEL schwefelarm nach DIN 51603-1.

Viele stationäre Dieselaggregate sind dafür freigegeben.

Unsere Ersatzstromaggregate mit Dieselmotoren der Hersteller:

  • Hatz

  • Deutz

  • Iveco

  • Volvo

  • Yanmar

  • MTU

können und dürfen mit Heizöl HEL schwefelarm betrieben werden.

Die entsprechenden Herstellerfreigaben bis Emissionsstufe Stage IIIA liegen vor.

Durch den Einsatz von Heizöl kann das Risiko einer mikrobiellen Kontamination im Kraftstoffsystem deutlich reduziert werden.


Gesetzliche Regelung nach EnergieStG

Der Betrieb von stationären Stromerzeugungsanlagen mit Heizöl ist unter bestimmten Voraussetzungen steuerlich zulässig.

Für begünstigte Anlagen nach § 3 in Verbindung mit § 2 Absatz 3 EnergieStG dürfen ordnungsgemäß gekennzeichnete Gasöle der Unterposition 2710 1941 bis 2710 1949 der Kombinierten Nomenklatur (Heizöl HEL) verwendet werden.

Eine Anlage gilt als begünstigte Anlage, wenn:

  • ihre mechanische Energie ausschließlich der Stromerzeugung dient

  • sie als ortsfeste Anlage betrieben wird


Wann gilt eine Anlage als ortsfest?

Eine Anlage gilt als ortsfest, wenn sie während des Betriebes dauerhaft an ihrem Standort verbleibt.

Das bedeutet:

  • sie dient nicht dem Antrieb von Fahrzeugen

  • sie wird stationär betrieben

  • sie erzeugt ausschließlich elektrische Energie

Diese Regelung ist im § 3 Absatz 2 EnergieStG definiert.


Vorbeugung gegen Dieselpest

Um das Risiko einer mikrobiellen Kontamination zu minimieren, empfehlen sich mehrere vorbeugende Maßnahmen.

Regelmäßige Wartung

  • Kontrolle des Kraftstoffsystems

  • Filterwechsel

  • Tankinspektionen

Kraftstoffqualität überwachen

  • Diesel regelmäßig prüfen

  • Wasser im Tank vermeiden

  • Tanks sauber halten

Kraftstoff richtig lagern

  • Tanks möglichst voll halten

  • Kondenswasser vermeiden

  • lange Lagerzeiten reduzieren


Service und Beratung für Notstromanlagen

Eine frühzeitige Prävention gegen Dieselpest schützt Ihre Anlage vor:

  • kostspieligen Reparaturen

  • unerwarteten Ausfällen

  • Schäden am Kraftstoffsystem

Unser WA-Serviceteam unterstützt Sie gerne bei:

  • Wartung von Notstromaggregaten

  • Prävention von Dieselpest

  • Kraftstoffanalysen

  • Planung und Betrieb von Netzersatzanlagen

  • Auswahl des richtigen Kraftstoffs

Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne.


FAQ – Häufige Fragen zur Dieselpest

Was ist Dieselpest?

Dieselpest ist eine mikrobielle Kontamination von Dieselkraftstoff durch Bakterien, Hefen und Pilze. Diese Mikroorganismen bilden einen Bioschlamm, der Filter und Leitungen verstopfen kann.


Woran erkennt man Dieselpest?

Typische Anzeichen sind:

  • schwarzer oder brauner Schlamm im Tank

  • häufig verstopfte Diesel-Filter

  • Leistungsverlust des Motors

  • Startprobleme bei Dieselaggregaten


Warum entsteht Dieselpest?

Dieselpest entsteht durch das Zusammenspiel von:

  • Wasser im Tank

  • Biodieselanteil im Kraftstoff

  • Wärme

  • langen Standzeiten


Welche Anlagen sind besonders betroffen?

Besonders häufig tritt Dieselpest bei Anlagen mit langen Standzeiten auf, z. B.:

  • Notstromaggregate

  • Netzersatzanlagen

  • Stromgeneratoren

  • saisonale Stromaggregate


Kann man Dieselpest verhindern?

Ja. Durch:

  • saubere Kraftstofflagerung

  • regelmäßige Wartung

  • Kontrolle des Tanks

  • geeignete Kraftstoffwahl

lässt sich das Risiko deutlich reduzieren.


Beratung und Service

Eine frühzeitige Vorbeugung gegen Dieselpest ist entscheidend, um Betriebsausfälle, Schäden am Kraftstoffsystem und hohe Reparaturkosten zu vermeiden.

Unser WA-Serviceteam unterstützt Sie gerne bei:

  • der Prävention von Dieselpest

  • der richtigen Kraftstoffwahl für Notstromanlagen

  • Wartung und Kraftstoffanalyse

  • Planung und Betrieb von Netzersatzanlagen

Kontaktieren Sie uns – wir beraten Sie gerne.