Zusätzliche Anforderungen gemäß VDE 0100-551

DIN VDE 0100-551 Beiblatt 1: 2019-06

trägt den Titel »Errichten von Niederspannungsanlagen – Teil 5-55: Auswahl und Errichtung elektrischer Betriebsmittel – Andere Betriebsmittel – Abschnitt 551: Niederspannungsstromerzeugungseinrichtungen; Beiblatt 1:

Notstromeinspeisungen mit mobilen Stromerzeugungseinrichtungen

Durch dieses Beiblatt werden Informationen zu Ausführungen von Notstromeinspeisungen mit mobilen Stromerzeugungseinrichtungen formuliert. Mit der DIN VDE 0100-551: 2017-02 wurden zusätzlichen Anforderungen für eigenständige Niederspannungsstromerzeugungseinrichtungen, die nicht am Stromverteilungsnetz angeschlossen sind, veröffentlicht.

Dieses Beiblatt enthält weitere Hinweise und Erläuterungen zur Notstromeinspeisung für elektrotechnische Laien, elektrotechnisch unterwiesene Personen und Elektrofachkräfte. Es enthält außerdem beispielhafte technische Ausführungen von Notstromeinspeisungen sowie Maßnahmen für Installationen in Gebäuden, die für eine Notstromeinspeisung vorgesehen sind. Eine Einspeisung ist nur mit einer CEE 1h codierten Steckdose zulässig.

Zur Errichtung von Notstromversorgungen in fest installierten Anlagen,

die im Normalbetrieb von dem öffentlichen Netz (EVU) versorgt werden, enthält die VDE-AR-N 4100 weitere zusätzliche Hinweise.

Arbeiten an elektrischen Anlagen sind unter Berücksichtigung der gültigen Normen durch eine im Installateur Verzeichnis eingetragene Elektrofachkraft auszuführen. Die Planung einer Notstrom-Einspeiseinstallation umfasst die Feststellung welche Anlagenteile einzubinden sind, was für eine Einspeiseleistung benötigt wird, Informationen zum Einspeiseort und welche Art Stromerzeuger verwendet wird. Grundsätzlich darf mit einem Ersatzstromerzeuger (Notstromaggregat) nur ein Gebäude versorgt werden. Die Versorgung mehrerer Gebäude über einen gemeinsamen Stromerzeuger ist nur über einen Transformator für jedes Gebäude zulässig.

Eine Notstrom-Einspeiseinstallation

besteht üblicherweise aus dem Einspeisepunkt (Gerätestecker oder Festanschluss); einer Umschalteinrichtung mit Nullstellung; dem Einspeisestromkreis; Schutzeinrichtungen; einer Drehfeldmesseinrichtung und aus Meldeeinrichtung (z. B. Spannungswiederkehr).

Die Notstrom-Einspeiseinstallation kann so errichtet werden,

dass ein elektrotechnischer Laie im Notfall die Notstromversorgung herstellen und einschalten kann. Auch kann es Vorschrift sein, dass die Herstellung und das Einschalten einer Notstromversorgung ausschließlich durch eine Elektrofachkraft oder durch eine elektrotechnisch unterwiesene Person erfolgen darf.

Es ist zu beachten bei der Festlegung der Einspeisestelle, dass genügend Platz für die Aufstellung eines mobilen Ersatzstromerzeugers bzw. Zapfwellengenerators einschließlich des Traktors vorhanden ist. Eine mögliche Zufahrt und der Untergrund müssen genügend befestigt sein. Eventuelle Lärmbelästigungen sind zu vermeiden sowie die Lagermöglichkeiten für Kraftstoffe sind zu berücksichtigen.

Die Aufstellung des Ersatzstromaggregates ist immer möglichst nahe an der Niederspannungshauptverteilung oder des Einspeisefeldes auf der Außenseite des Gebäudes zu platzieren. Umweltschutzauflagen zur baulichen Ausführung des Stellplatzes sind hierbei unbedingt zu beachten und einzuhalten.

 

DIN VDE V 0100-551-2 VDE V 0100-551-2: 2023-10

Diese Vornorm behandelt die 3-phasige Ersatzstromeinspeisung in elektrische Anlagen oder Anlagenteile, die mit einer Umschalteinrichtung zwischen Netz- und Ersatzstrombetrieb über eine mobile Stromerzeugungseinrichtung ausgestattet sind. Eine Ersatzstromversorgung von Gebäuden oder Grundstücken über das Versorgungsnetz des örtlichen Netzbetreibers, beispielsweise durch eine Netzersatzanlage, ist nicht Bestandteil dieser Vornorm.

 

Ebenso ist sie nicht anwendbar auf elektrische Anlagen für Sicherheitszwecke, die unter den Anwendungsbereich der DIN VDE 0100-560 (VDE 0100-560) fallen.

Im Vergleich zur vorherigen Ausgabe, DIN VDE 0100-551 Beiblatt 1 (VDE 0100-551 Beiblatt 1): 2019-06, wurden folgende Änderungen umgesetzt:
a) der Abschnitt Begriffe wurde überarbeitet und erweitert,
b) Verweisungen auf aktuelle Veröffentlichungen wurden angepasst,
c) die gesamte Struktur sowie die darin enthaltenen Anforderungen wurden grundlegend überarbeitet,
d) der Fokus wurde von der Notstromeinspeisung auf die Ersatzstromeinspeisung verschoben,
e) bestehende Abbildungen wurden umfassend überarbeitet oder ergänzt,
f) eine neue Kennzeichnung der Einspeisestelle wurde aufgenommen,
g) Anforderungen für die Bedienung der Ersatzstromeinspeisung durch Laien wurden eingeführt.

Betrachtet wird der Anschluss in folgenden Varianten:
– über einen Festanschluss,
– über eine laienbedienbare Einspeisung mit einer 5-poligen Steckvorrichtung 1h,
– über eine nicht laienbedienbare Einspeisung mit einer 5-poligen Steckvorrichtung 1h sowie
– für elektrische Anlagen, die mehrere Gebäude aus einer Stromerzeugungseinrichtung versorgen.

 

Ein Notstromaggregat (auch als Notstromversorgung oder Notstromgenerator bezeichnet) muss gemäß der VDE 0100-551 einige spezifische Anforderungen erfüllen, um die Sicherheit und den ordnungsgemäßen Betrieb zu gewährleisten. Die VDE 0100-551 ist Teil der VDE 0100, die sich mit den Anforderungen an die Errichtung von elektrischen Anlagen befasst. Besonders in Bezug auf Notstromaggregate sind folgende Punkte wichtig:

1. Trennung der Stromkreise

Notstromaggregate müssen oft so installiert werden, dass sie die bestehenden Stromkreise im Falle einer Stromunterbrechung sicher übernehmen können. Die Trennung zwischen Normalstrom- und Notstromversorgung sollte klar definiert sein, um Kurzschlüsse oder falsche Verbindungen zu verhindern.

2. Automatischer oder manueller Start

Notstromaggregate sind in der Regel so konzipiert, dass sie im Falle eines Stromausfalls automatisch anspringen. Das Notstromaggregat muss innerhalb einer festgelegten Zeit (meistens innerhalb von 15 Sekunden) betriebsbereit sein. Bei Systemen, bei denen der Start manuell erfolgt, müssen Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden, um eine unbefugte Nutzung zu verhindern.

3. Sicherung von Schutzmaßnahmen

Das Notstromaggregat muss so angeschlossen werden, dass Personen- und Brandschutz gewährleistet ist. Besonders wichtig ist dabei der korrekte Anschluss an den Fehlerstromschutzschalter (FI) sowie die Absicherung gegen Überlastungen.

4. Erforderliche Spannungs- und Frequenzstabilität

Das Notstromaggregat muss die gleiche Spannung (z. B. 230 V oder 400 V) und die gleiche Frequenz (in der Regel 50 Hz) liefern wie die normale Stromversorgung. Sollte das Aggregat Abweichungen haben, sind geeignete Maßnahmen (z. B. Spannungsstabilisatoren oder Frequenzregelungen) erforderlich, um die Geräte im angeschlossenen Stromkreis nicht zu beschädigen.

5. Lastumschaltung

Ein Notstromaggregat muss die Lastumschaltung so realisieren, dass die Geräte im Falle eines Stromausfalls nahtlos von der normalen Stromversorgung auf die Notstromversorgung umschalten. Dies muss ohne Unterbrechung der Stromversorgung und ohne Schäden an den elektrischen Geräten erfolgen.

6. Zulassung von Notstromanlagen

Notstromaggregate müssen den allgemeinen Sicherheitsanforderungen der VDE-Normen entsprechen und ordnungsgemäß zugelassen und geprüft sein. In vielen Fällen wird eine CE-Kennzeichnung benötigt.

7. Wartung und Inspektion

Regelmäßige Inspektionen und Wartungsarbeiten müssen durchgeführt werden, um die Funktionsfähigkeit des Notstromaggregats sicherzustellen. Hierzu gehören unter anderem Prüfungen der Brennstoffversorgung, der Batterie, des Motors sowie der elektrischen Verbindungen.

8. Kennzeichnung und Dokumentation

Das Notstromaggregat muss eindeutig gekennzeichnet werden, sodass im Falle eines Ausfalls die Geräte schnell identifiziert und bei Bedarf repariert oder ausgetauscht werden können. Eine vollständige Dokumentation der Installation und der durchgeführten Prüfungen ist erforderlich.

Fazit:

Das Notstromaggregat muss in Übereinstimmung mit den VDE 0100-551 Anforderungen installiert werden, um eine zuverlässige Notstromversorgung sicherzustellen und die Sicherheit der angeschlossenen Personen und Geräte zu gewährleisten. Die genauen Anforderungen können je nach Anwendungsbereich und der spezifischen Installation variieren, daher ist es wichtig, auch die relevanten lokalen Vorschriften und Normen zu beachten.